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Wolfgang Schreiber
„Digitale Notfallversorgung für Pflegeheim-bewohner*innen“ – eine Machbarkeitsstudie

Die zunehmende Frequenz an Rettungseinsätzen mit konsekutiven Hospitalisationen in Pflegewohnheimen war die Grundlage für die Überprüfung der Machbarkeit und Sicherheit eines telemedizinischen Ansatzes zur Betreuung von betroffenen Patietn*innen.
Ein Sonderrettungsmittel der Berufsrettung Wien mit additiven diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten wurde bei definierten Einsatzszenarien simultan mit einem*er Telenotfallmediziner*in alarmiert.  Die Kommunikation erfolgte über datenschutzkonforme Kanäle (Videotelefonie, Chat).
Im Zeitraum vom Juli bis zum November 2023 wurden an 106 Einsatztagen 239 Patient*innen. 152 (64%) konnten vor Ort behandelt und belassen werden. Der Nutzen für die Patient*innen wurde von den involvierten Berufsgruppen subjektiv als hoch bewertet. Damit einher scheint ein deutlicher ökonomischer Vorteil einherzugehen.

Hintergrund und Zielsetzung
In den vergangenen Jahren wurde in Wien eine steigende Zahl von Rettungszufahrten aus Pflegewohnheimen und betreuten Wohneinrichtungen beobachtet. Auffällig war dabei, dass ein erheblicher Anteil dieser Transporte nicht von akut lebensbedrohlichen Zuständen ausgelöst wurde, sondern eher von internistischen oder unspezifischen Verschlechterungen, bei denen eine sofortige stationäre Notfallbehandlung nicht zwingend notwendig erschien. Diese Transporte und die damit verbundenen Klinikaufenthalte stellen zwei grundlegende Probleme dar: Erstens belasten sie die betroffenen, häufig multimorbiden und hochbetagten Menschen — Ortswechsel, lange Wartezeiten und die ungewohnte Umgebung eines Krankenhauses erhöhen das Risiko von Desorientierung oder Delir und beeinträchtigen die Lebensqualität. Zweitens binden sie erhebliche Ressourcen des Gesundheitssystems: Rettungsdienstkapazitäten, Notfallambulanzen und stationäre Betten werden in Anspruch genommen, die für kritischere Fälle dringend gebraucht werden.

Vor diesem Hintergrund initiierte die Universitätsklinik für Notfallmedizin am AKH Wien (UKNFM/AKH) ein Projekt mit dem Ziel, ein praktikables Modell der telemedizinischen/digitalen Notfallversorgung für Bewohner*innen von Pflegewohnhäusern zu entwickeln, dieses in der Praxis zu testen und hinsichtlich Wirksamkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit zu evaluieren. Die zentrale Fragestellung der Machbarkeitsstudie lautete: Lässt sich durch Telemedizin kombiniert mit qualifizierter Unterstützung vor Ort die Zahl vermeidbarer Transporte und stationärer Aufnahmen sinnvoll reduzieren, ohne die Behandlungsqualität für Patient*innen zu beeinträchtigen? Darüber hinaus sollte geprüft werden, in welchem Umfang Pflegepersonal in die telemedizinischen Abläufe eingebunden werden kann und welche organisatorischen, rechtlichen und technischen Voraussetzungen hierfür erfüllt sein müssen. Die Projektidee wurde von der Zielsteuerungskommission des Landes Wien positiv beurteilt und gefördert.

Projektstruktur und Beteiligte
Das Projekt wurde in Kooperation zwischen UKNFM/AKH, dem Kuratorium Wiener Pensionisten‑Wohnhäuser (KWP) und der Magistratsabteilung 70 – Berufsrettung Wien (MA 70) umgesetzt. Operativ lief das Projekt formal vom 1. Januar 2023 bis zum 31. März 2024; die Kernumsetzungsphase mit telemedizinischen Einsätzen fand im Zeitraum vom 3. Juli bis 30. November 2023 statt. Zusätzlich wurde Anfang 2024 über 6 Wochen eine Testphase für eine schlankere Prozessvariante („Variante B“) ohne TEF, sondern in direkter Kommunikation des TNM mit dem Pflegeteam durchgeführt.

Methode

Konzeption des Versorgungsmodells
Das in der Machbarkeitsstudie geprüfte Modell verbindet drei Kernelemente:

  1. Telenotfallmediziner*innen (TNM): Erfahrene Notfallmediziner*innen (Fachärzt*innen für Innere Medizin bzw. internistische Intensivmedizin und Notärzt*innen) der UKNFM, die per Videokommunikation zugeschaltet sind, anamnestisch und diagnostisch führen sowie Therapieempfehlungen und Dispositionsentscheidungen treffen.
  2. Telenotfallsanitäter*innen (TNS): Qualifizierte Notfallsanitäterinnen der MA 70 mit der Ausbildungsqualifikation (entsprechend dem Sanitätergesetz) NKI oder NKV, die in einem speziell ausgestatteten Telemedizin‑Einsatzfahrzeug (TEF) zum Einsatzort fahren, dort Voruntersuchungen und Mobil‑Diagnostik durchführen, ärztliche Anordnungen umsetzen und die Telekonsultation organisatorisch unterstützen.
  3. Mobile Diagnostik und Technik: Point‑of‑care‑Geräte wie Blutgasanalysegerät (BGA), CRP‑Messgerät, Monitor für Vitalparameter und ein digitales Stethoskop; datenschutzkonforme Telekommunikationslösungen für Video, Fotoübertragung und Chat zur Unterstützung der Ferndiagnostik und der Dokumentation.

Prozessbeschreibung
Der Ablauf ist pragmatisch aufgesetzt und wurde in der Umsetzung mehrfach nachgeschärft:

  • Erstkontakt: Pflegekräfte in einem „Haus zum Leben“ wählen den Notruf 144. Die Leitstelle nimmt den Anruf entgegen und klassifiziert den Anruf nach dem „Advanced Medical Priority Dispatch System“ (AMPDS).
  • Niedrig bis moderat priorisierte Einsatzszenarien sind in der Ausrückeordnung mit dem TEF hinterlegt, sofern kein Trauma oder lebensbedrohlicher Zustand vorliegt. Damit kann das TEF (Rettungstransportwagen (RTW) mit zwei TNS) gleichzeitig mit dem TNM der UKNFM bei Verfügbarkeit disponiert werden.
  • Voruntersuchung: die TNS treffen ein, stellen sich vor, erheben Vitalparameter (Blutdruck, Herzfrequenz, periphere Sauerstoffsättigung, Körpertemperatur), führen die erste Einschätzung durch und bereiten gegebenenfalls Blutabnahme/Diagnostik vor.
  • Telekonsultation: Nach der Voruntersuchung initiiert das TNS‑Team die Videokonsultation. Die TNM sammeln anamnestische Daten, bewertet die übermittelten Vitalparameter und ordnet diagnostische (Blutgasanalyse, Messung des C-reaktiven Proteins (CRP)) und therapeutische Maßnahmen (intravenöser Zugang, parenterale oder enterale Medikamente).
  • Entscheidung und Dokumentation: Auf Basis der Ergebnisse entscheiden die TNM gemeinsam mit der Pflege (und TNS) über Verbleib vor Ort oder Hospitalisierung. Alle Maßnahmen werden dokumentiert. Ein Ausdruck der ärztlichen Dokumentation wird an die zuständige Pflegekraft übergeben. Darüber hinaus füllen TNM, TNS und Pflegekräfte einen digitalen projekt- bzw. fallbezogene Fragebogen aus.

Technik und Ausbildung

  • Technik: Das TEF wurde als regulärer RTW mit Zusatz‑Hardware (Toughbook, Tablets, Drucker, Diagnostikgeräte, additive Medikamente) ausgestattet. Auf Seiten der TNM wurde ein standardisierter Arbeitsplatz mit einem Toughbook der MA70, zwei Bildschirmen, Headset und Kamera eingerichtet. Mehrere Telekommunikationslösungen kamen zum Einsatz (Stryker Iris, Smart Care und Zoll Medical).
  • Schulung: TNM, TNS und beteiligte Pflegekräfte erhielten Schulungen zum Ablauf, zum Umgang mit der Technik und zur Dokumentation.

Evaluationsdesign und Datengrundlage
Die Evaluation verfolgte zwei Ebenen: eine begleitende Prozessevaluation zur laufenden Optimierung und eine abschließende Ergebnisevaluation. Datengrundlagen waren:

  • Digitale Einsatzdokumentation in der Dokumentationssoftware „Medea“ über das Toughbook (Einsatz-Laptop) der MA70: Einsatzart, Einsatzzeiten, Diagnosen, durchgeführte diagnostische und therapeutische Maßnahmen, Hospitalisation oder Belassung vor Ort.
  • Digitale Feedbackbögen zur Erfassung von Zufriedenheit zu verschiedenen Aspekten (Versorgungs- und Prozessqualität, Qualität der Zusammenarbeit, Akzeptanz und Zufriedenheit der Projektbeteiligten) und technischer Probleme
  • Reflexionsworkshops mit Vertretern aller Berufsgruppen zur qualitativen Analyse von Hindernissen und Erfolgsfaktoren.
  • Verknüpfung der Rettungsdaten (MA 70) mit Krankenhausdaten (des Wiener Gesundheitsverbundes (WIGEV) in einem pseudonymisierten Datenpool zur Identifikation direkter und nachträglicher Hospitalisierungen.
  • Wirtschaftlichkeitsanalyse: vollständige Fallkostenrechnung für TEF‑Fälle (Personal, Fahrzeug, Technik, Verbrauchsmaterial, Rettungstransporte nach TEF‑Einsätzen, ambulante bzw. stationäre Behandlungskosten bis zu einem Belagstag) gegenüber den Kosten eines klassischen Rettungstransports mit Aufnahme in der Notfallambulanz.

Implementierung und laufende Anpassungen
Die Realisierung des Modells erfolgte stufenweise: Nach einer Konzeption mit Bedarfserhebung und juristischer Klärung folgte eine technische Ausstattung von TEF und Schulungsmaßnahmen. Während der Umsetzungsphase wurden auf Basis der Prozessevaluation mehrere Anpassungen vorgenommen: Die Leitstellendisposition wurde modifiziert, die Telekonsultation erst nach der Voruntersuchung gestartet, zahlreiche Kommunikations‑ und Dokumentationsabläufe wurden gestrafft, und die Zahl der teilnehmenden Standorte wurde sukzessive erhöht (von anfangs 12 auf 29).

Resultate

Einsatzvolumen und Charakteristik
Im Umsetzungszeitraum (03.07.–30.11.2023) wurden das TEF bzw. die TNM an 106 Einsatztagen zu 309 Einsätzen disponiert (durchschnittlich 2,9 Einsätze pro Einsatztag) (Abb. 1).

Abbildung 1: Durchschnittliche Anzahl der Einsätze pro Tag je Kalenderwoche

239 (77%) Einsätze (durchschnittlich 2,3 Einsätze pro Einsatztag) entsprachen der Projektdefinition mit tatsächlicher Telekonsultation zwischen TNM und TNS. Bei den übrigen Einsätzen lag in 38 Fällen eine ärztliche Spitalseinweisung und in 22 Fällen eine andere Abweichung zur Projektdefinition vor.

178 (75%) der Einsätze erfolgten im „ambulanten“ Bereich (Betreutes Wohnen), 60 (25%) im „stationären“ Bereich der „Häuser zum Leben“.
Unmittelbar nach Telekonsultation konnten 64 % (152 von 239) der betroffenen Bewohner*innen abschließend vor Ort behandelt und belassen werden; 36 % (87 von 239) wurden unmittelbar in ein Krankenhaus transportiert. Betrachtet man nachträgliche Hospitalisierungen am selben oder am Folgetag, so sank die Quote der dauerhaft vor Ort verbleibenden Patienten auf 56 % (135 von 239). In Summe konnten dadurch 270 Transporte (135 in Kliniken und 135 Rücktransporte) vermieden werden (Abb 2).

Abbildung 2: direkte und nachträgliche Hospitalisationen

Als häufigste Gründe für Hospitalisierungen fanden sich folgende Diagnosen:

  • Herz/Kreislauf (Bradykardien, Tachykardie …)
  • Nierenversagen
  • Blutzucker- bzw. Elektrolytentgleisungen
  • Pulmonale Erkrankunge (Pneumonie, COPD Exazerbation)
  • Insult (Verdacht)
  • Infekte
  • Blutungen (rektal, vaginal)

Medizinische Qualität und Sicherheit
Die subjektive Bewertung des Nutzens für die Patient*innen durch die TNM, TNS und Pflegekräfte brachte ein überwiegend positives Ergebnis: In durchschnittlich 80 % der Fälle wurde die Versorgungsqualität als besser als bei einer Hospitalisierung eingeschätzt (Abb. 3). TNM gaben in 83 % der Einsätze an, sich bei ihren Entscheidungen per Telekonsultation genauso sicher zu fühlen wie bei einer direkten Untersuchung in der Ambulanz.

Abbildung 3: subjektive Einschätzung der Versorgungsqualität

Einsatz der Medizintechnik
Die zusätzliche medizintechnische Ausstattung erwies sich in der Praxis als wertvoll: BGA‑Gerät und CRP‑Tester wurden in rund 70 % der TEF‑Einsätze eingesetzt und trugen wesentlich zur Einschätzung des klinischen Zustands bei. Das digitale Stethoskop wurde in einem geringeren Anteil der Einsätze genutzt (ca. 26 %) und in Teilen als technisch nicht optimal beschrieben; Erfahrungsbedingt konnten TNS häufig durch herkömmliche Auskultation und verbale Übermittlung zuverlässige Informationen liefern (Abb. 4)

Abbildung 4: Nutzung der medizintechnischen Geräte

Prozessqualität und Zusammenarbeit
Die Zusammenarbeit der beteiligten Berufsgruppen wurde als einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg identifiziert. Kompetenzen, Motivation und wechselseitiges Vertrauen zwischen TNM und TNS führten zu effizienten Abläufen. Pflegekräfte bewerteten die Zusammenarbeit mit TNM und TNS überwiegend positiv, wobei punktuelle Hindernisse im Ablauf (fehlende Nachsorgekapazitäten, fehlende zeitliche Ressourcen) genannt wurden. Technische Herausforderungen (Telekommunikation, Dokumentation, WLAN‑Stabilität) stellten wiederkehrende Störfaktoren dar.

Wirtschaftlichkeit — Kostenanalyse
Eine exakte Kostenanalyse ist schwierig und basiert auf einigen Annahmen. Bezogen auf die 239 prozesskonformen TEF-Einsätze ergaben sich durchschnittliche Kosten

  • pro TEF-Fall ohne Hospitalisation (n=152) von EUR 559.
  • pro TEF‑Fall mit sofortiger Hospitalisation inklusive ambulanter oder stationärer Spitalsbehandlung (n=87) von EUR 1.291.

Bezogen auf 1.737 Standardeinsätzen (klassischer Rettungseinsatz mit konsekutiver Hospitalisation und ambulanter oder stationärer Spitalsbehandlung) in Pflegewohnhäuser aus dem ersten Halbjahr 2023 ergab durchschnittliche Kosten von EUR 1.709.
Die tatsächliche ökonomische Wirkung hängt von vielen Faktoren ab. Ein deutliches Einsparungspotenzial scheint aber in jedem Fall gegeben.

 „Variante B“

Vor dem Hintergrund, dass die TEF‑Variante mit RTW und zwei TNS zwar wirksam, aber ressourcenintensiv war, wurde eine schlankere Variante getestet: Pflegekräfte sollten direkt mit TNM per Video kommunizieren und die ärztlichen Anordnungen selbst umsetzen. Dadurch sollte die Zufahrt des TEF entfallen und die Kostenstruktur günstiger werden. Für die Testung wurden drei Standorte ausgewählt, technische Ausstattung bereitgestellt, Pflegepersonal geschult, und die Telekommunikationssoftware Vacapo implementiert.

In der Vorbereitungsphase wurden der Prozess adaptiert, die hierfür notwendigen technischen Rahmenbedingungen geschaffen und die Beteiligten geschult:

  • Es wurden drei Standorte der „Häuser zum Leben“ ausgewählt.
  • Ein weiteres Telekommunikationstool (Vacapo) wurde zur Testung bereitgestellt und geschult.
  • Arzneimittel für die erweiterte Therapie wurden an die Test-Standorte geliefert.
  • Für einen der drei Standorte wurden ein Blutgasanalyse- und ein CRP-Messgerät angeschafft und die Pflegekräfte eingeschult.
  • Die Pflegekräfte machten Auffrischungspraktika an der UKNFM für die erforderlichen Blutabnahmen („Stechpraktikums“), da diese in den Pflegewohnhäusern nicht regelmäßig durchgeführt werden.
  • An den drei Standorten fanden Kennenlerntermine zwischen dem TNM und den Pflegekräften statt.
  • Der TNM erhielt einen KWP-Laptop zur direkten Dokumentation in der KWP-Software.

Resultate

Trotz regelmäßigen persönlichen Gesprächen des TNM mit den Pflegekräften wurde der Prozess an 21 Einsatztagen nur einmal genutzt.

Hauptgründe für die geringe Nutzung waren: hoher wahrgenommener zusätzlicher Zeitaufwand für Pflegekräfte, Unsicherheit bei selten durchgeführten invasiven Tätigkeiten (z. B. Blutabnahme), Scheu vor fremder Soft‑ und Hardware in kritischen Situationen.

Fazit: Die Variante B ist in der Theorie effizient und perspektivisch wünschenswert, in der Praxis jedoch nur mit erheblichen Investitionen in Aus‑ und Fortbildung, Begleitstrukturen und verbindliche Prozessvorgaben realistisch umsetzbar. Aus diesem Grund wird die „Variante B“ derzeit nicht weiterverfolgt.

Limitationen der Studie

  • Die teilnehmenden Häuser wurden nicht zufällig ausgewählt; die Übertragbarkeit auf andere Rahmenbedingungen ist nur begrenzt geprüft.
  • Die operative Umsetzungsphase war auf fünf Monate begrenzt; längerfristige Effekte, Lernkurven und Nachhaltigkeit der Veränderungen lassen sich so nur bedingt abschätzen.
  • Datenverknüpfung: Die Analyse nachträglicher Hospitalisierungen basierte auf verknüpften, pseudonymisierten Daten; Lücken in der Datenverfügbarkeit für einzelne Fälle erforderten Annahmen, die die Ergebnisgenauigkeit beeinflussen können.
  • Variante B: Die Testphase war klein, kurz und in ihrer Vorbereitung beschränkt; damit ist das Ergebnis der Nicht‑Akzeptanz zwar praktikabel und aussagekräftig für die initiale Schwelle, aber nicht abschließend über das Potenzial dieser Variante.

Schlussfolgerungen

Die Machbarkeitsstudie „Digitale Notfallversorgung für Pflegeheim‑Bewohner*innen“ liefert belastbare Evidenz, dass eine telemedizinisch gestützte Notfallversorgung in Pflegeeinrichtungen medizinisch sicher, patientenfreundlich und wirtschaftlich vorteilhaft sein kann. Es konnten signifikante Teile der Fälle in der vertrauten Umgebung versorgt und Transporte sowie stationäre Aufnahmen vermieden werden. Die erzielbaren Einsparungen pro Fall erscheinen bemerkenswert und bieten ein überzeugendes ökonomisches Argument für eine weitere Erprobung und Skalierung.

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Zur Person

Univ.Prof. Dr. Wolfgang Schreiber

Universitätsklinik für Notfallmedizin, AKH Wien

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