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Michaela Aschenbrenner & das Team der Gesundheits- und Krankenpflegeschule des Landes Steiermark am Standort Leoben
Eine Klasse, viele Wege: Einblicke in den Ausbildungsalltag
Pflegefachassistenz als nächster Schritt

Die Ausbildung in der Pflege befindet sich im Wandel und mit ihr auch die Rolle der Pflegefachassistenz. Die Ausbildung zur Pflegefachassistenz gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere vor dem Hintergrund steigender Anforderungen im Gesundheitswesen. An der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege des Landes Steiermark Leoben wird diesem Bedarf durch ein vielfältiges Ausbildungsangebot begegnet. So wird neben Weiterbildungen für diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen (DGKP), Ausbildungen zur Pflegeassistenz (PA), Ordinationsassistenz, Heimhilfe, Pflegefachassistenz (PFA) angeboten.
Dabei führen unterschiedliche Wege zum gleichen Ziel. Neben der klassischen zweijährigen Ausbildung zur Pflegefachassistenz entscheiden sich viele Pflegeassistentinnen und Pflegeassistenten, nach erster Berufserfahrung, für ein Upgrade zur Pflegefachassistenz. Beide Ausbildungswege vereinen sich in einem zentralen Anspruch, nämlich

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Dieser Beitrag gibt Einblicke in die Pflegefachassistenz Ausbildung und den Ausbildungsalltag einer Klasse, in der Auszubildende mit unterschiedlichen beruflichen Erfahrungen aufeinandertreffen, aber alle ein gemeinsames Ziel haben – den erfolgreichen Abschluss in der Pflegefachassistenz.

Gerade in solchen heterogenen Klassen zeigt sich eine besondere Dynamik, denn viele Auszubildende bringen bereits praktische Erfahrungen mit, kennen Abläufe, Routinen und Herausforderungen aus dem Pflegealltag. Gleichzeitig eröffnet die PFA-Ausbildung eine neue Perspektive auf diese vertrauten Tätigkeiten. Pflege wird zunehmend verstanden, reflektiert und weiterentwickelt.

„Für mich ist dieser Aspekt wichtig, dass es jetzt für Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger, z.B. auch für Mütter nach der intensiven Familienzeit, Möglichkeiten gibt, eine Ausbildung nachzuholen, die es früher nicht gegeben hat.“

„Bei uns in der Schule sind Auszubildende von ganz jung bis hin zu Personen über 50 Jahren. Das zeigt, man ist nie zu alt dafür.“

„Ich wollte immer in der Pflege arbeiten, aber dann kamen Familienplanung und Kinder, es hat sich immer wieder verschoben. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich gesagt habe „Jetzt mache ich es“. Ich habe die Chance ergriffen, weil es mir auch persönlich wichtig ist, mich weiterzuentwickeln.“

„Auch die Zusammenarbeit im Schulalltag mit unterschiedlichen Altersgruppen in der Klasse ist sehr erfrischend und hilfreich. Der Zusammenhalt ist wirklich wunderbar. Man sollte keine Scheu haben und mutig sein!“

Im Unterricht wird dieses vorhandene Wissen gezielt aufgegriffen und gemeinsam weiterentwickelt. Ziel ist es, Theorie und Praxis enger miteinander zu verknüpfen. Inhalte werden nicht isoliert vermittelt, sondern stets in Bezug zu konkreten Erfahrungen gesetzt. Situationen aus dem Berufsalltag werden reflektiert, gemeinsam analysiert und in einen fachlichen Kontext eingeordnet. Dadurch entsteht ein Lernprozess, der über das reine Anwenden hinausgeht und ein tieferes Verständnis fördert.

Dennoch wird im Ausbildungsalltag immer wieder deutlich, dass eine gewisse Lücke zwischen Theorie und Praxis besteht. Während im Unterricht strukturierte Abläufe vermittelt werden, ist der Berufsalltag häufig von Zeitdruck, unterschiedlichen Rahmenbedingungen und individuellen Situationen geprägt. Genau hier setzt die Ausbildung an und versteht diese Unterschiede nicht als Problem, sondern als wertvolles Lernfeld.

„Einige Kolleginnen und Kollegen haben bisschen „Bammel“ vor der Ausbildung „PA zur PFA“, was aus meiner Sicht unbegründet ist. Ich persönlich sehe die Pflegeausbildung zur Pflegefachassistenz als Chance, mein Wissen zu erweitern und meinen Wissensstand zu verbessern. Denn Motivation ist der Motor jedes Lernprozesses.“

Ein zentraler Bestandteil ist zudem die enge Vernetzung zwischen Schule und Praxis. Neben einer regelmäßigen Kommunikation gibt es einen jährlichen „Theorie-Praxis-Austausch“, bei welchem die persönliche Vernetzung und gemeinsame, realistische Ansätze und Ideen zwischen Praktikumsstellen, Praxisanleitung, Einrichtungen und der Ausbildungsstätte im Fokus stehen. Rückmeldungen aus der Praxis fließen direkt in den Unterricht ein, während theoretische Grundlagen helfen, das eigene Handeln im Berufsalltag besser einzuordnen. Für die Auszubildenden entsteht so ein kontinuierlicher Lernprozess zwischen beiden Lernorten.

Ergänzend dazu kommen praxisnahe und erfahrungsorientierte Lernmethoden zum Einsatz. Komplexe Pflegesituationen werden simuliert, typische Fehlerquellen im Pflegealltag sichtbar gemacht und gemeinsam reflektiert. Ein besonderes Beispiel dafür, ist der sogenannte „Room of Horror“. Dabei wird ein Patientenzimmer bewusst mit unterschiedlichen Fehlern gestaltet, wie etwa im Bereich Hygiene, Umgebung, Patientinnen-, Patienten-Situation oder Sicherheit. Die Aufgabe der Auszubildenden besteht darin, diese Fehler zu erkennen, zu benennen und fachlich zu begründen.

Diese Methode ermöglicht es, theoretisches Wissen aktiv anzuwenden und gleichzeitig den Blick für Details im Pflegealltag zu schärfen. Fehler werden nicht abstrakt besprochen, sondern konkret erlebt und reflektiert. Dadurch entsteht ein nachhaltiger Lerneffekt bei welchem die Auszubildenden ein stärkeres Verantwortungsbewusstsein entwickeln, ihre Beobachtungskompetenz verbessern und Sicherheit im Umgang mit komplexen Situationen gewinnen. Solche Lernformate tragen dazu bei, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden und das eigene Handeln kritisch zu hinterfragen.

Ein weiterer zentraler Bestandteil der Ausbildung ist die Gesundheitsförderung. Dabei wird bereits in der Ausbildung gezielt auf die Förderung der eigenen Gesundheit Wert gelegt und ein grundlegendes Verständnis für deren Bedeutung entwickelt. Dies erfolgt durch die Integration gesundheitsfördernder Inhalte und Projekte. An der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege Leoben wird dies unter anderem durch die Zusammenarbeit mit Styria Vitalis sichtbar. Gesundheitsförderung wird dabei nicht nur theoretisch vermittelt, sondern aktiv in den Ausbildungsalltag integriert. Die Auszubildenden setzen sich mit gesundheitsfördernden Maßnahmen auseinander, reflektieren ihr eigenes Gesundheitsverhalten und lernen, wie sie diese Aspekte auch im beruflichen Kontext umsetzen können. Regelmäßige Bewegungseinheiten sind beispielsweise ein fixer Bestandteil einer Unterrichtswoche und werden jeden Donnerstag von jeweils einer anderen Klasse gestaltet.

Für die Auszubildenden bedeutet dies auch, die eigene berufliche Rolle neu zu definieren. Pflegefachassistenz ist mehr als eine Erweiterung der Kompetenzen der Pflegeassistenz, denn sie bringt zusätzliche Verantwortung, ein erweitertes Kompetenzspektrum und eine aktivere Rolle im Pflegeprozess mit sich. Die Pflegefachassistenz beobachtet, erkennt Veränderungen, kommuniziert im interprofessionellen Team und trägt wesentlich zur Qualität der Versorgung bei. Sie betreut nach der 2-jährigen Ausbildung bzw. dem einjährigen Upgrade von der PA zur PFA, Menschen aller Altersstufen in mobilen, ambulanten, teilstationären und stationären Versorgungsformen sowie auf allen Versorgungsstufen. Dabei übernimmt die PFA eigenverantwortlich Tätigkeiten im Rahmen ihrer gesetzlich geregelten Kompetenzen.

„Ich finde es auch toll, dass die Kompetenzen für die Arbeit im Kinderbereich erweitert wurden.“

Diese Entwicklung ist nicht nur auf individueller Ebene relevant, sondern auch gesamtgesellschaftlich von großer Bedeutung. Österreich steht, wie viele andere Länder, vor großen Herausforderungen im Pflegebereich. Bereits heute besteht ein hoher Bedarf an qualifizierten Pflegekräften, der in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Prognosen zeigen, dass bis 2030 ein erheblicher zusätzlicher Bedarf an Pflege- und Betreuungspersonal entstehen wird. Diese Entwicklungen verdeutlichen die zentrale Rolle der Pflegefachassistenz im Gesundheitssystem. Die PFA ist ein wichtiger Bestandteil des interprofessionellen Teams, arbeitet sehr nahe an und mit den Patientinnen, Patienten und trägt maßgeblich zur Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Versorgung bei.

Gerade im Kontext von „Upgrade-PFA-Klassen“ wird sichtbar, welches Potenzial in dieser Berufsgruppe steckt. Die Verbindung aus praktischer Erfahrung und vertiefter Ausbildung schafft eine solide Grundlage für professionelles Handeln. Gleichzeitig entwickelt sich ein neues berufliches Selbstverständnis. Die Auszubildenden lernen auch voneinander, viele waren bereits über längere Zeit in der Praxis als Pflegeassistentinnen Pflegeassistenten tätig, während andere die Perspektive der Ausbildung besonders präsent einbringen.

„Für uns, die jetzt direkt eingestiegen sind, ist die Mischung in der Klasse besonders wertvoll. Es gibt Personen, die schon länger dabei sind und als PA gearbeitet haben, und andere, die wieder eingestiegen sind. Wir profitieren sehr von den Erfahrungen untereinander.“

Des Weiteren besteht bei den Berufsbildern der Pflege (PA, PFA, DGKP) eine hohe Durchlässigkeit, wodurch eine stetige berufliche Weiterentwicklung ermöglicht wird. Auch Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten in diversen Bereichen werden für die PFA angeboten, wie zum Beispiel die Weiterbildung Praxisanleitung.

Die Ausbildung zur Pflegefachassistenz zeigt damit eindrucksvoll, wie wichtig es ist, Lernen als kontinuierlichen Prozess zu verstehen, der Theorie und Praxis verbindet, persönliche Entwicklung ermöglicht und gleichzeitig auf die Anforderungen eines sich wandelnden Gesundheitssystems vorbereitet. Die Pflegefachassistenz nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein, heute in der Ausbildung und morgen im Berufsalltag.

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Zur Person

Dir. In Michaela Aschenbrenner, MSc,

ist Direktion der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege in Leoben.

Aschenbrenner, M.
(2026, April 15).
Eine Klasse, viele Wege: Einblicke in den Ausbildungsalltag
pfa.pflegenetz.at
https://pfa.pflegenetz.at/artikel/eine-klasse-viele-wege-einblicke-in-den-ausbildungsalltag

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